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1900-1992

 

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1902 trug man sich mit dem Gedanken, die Feuerwehr aufzulösen. Die Gemeinde mußte berichten, daß seit einem Jahr keine Übung mehr stattfand, daß man aber bezüglich der Auflösung zunächst noch nichts Bestimmtes mitteilen könne. Aus der Gemeindekasse wurden 350 Mark für eine Feuerwehrfahne übernommen.


1909 wurde von Amts wegen große Klage darüber geführt, daß die Männer dem Vernehmen nach nur sehr unregelmäßig zu den Übungen kämen. Etwa 17-20 Mann erschienen überhaupt nicht und man denke seitens des Amtes an die Bildung eines Pflichtfeuerwehrzuges. Aus den Aufzeichnungen der Gründungszeit ist zu ersehen, daß damals in der Feuerwehr militärischer Drill herrschte. Vergehen gegen die Anordnungen und Befehle der Chargen wurden mit dem Ausschluß aus der Wehr geahndet. Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Wehr wieder neu aufgebaut. Die Chronik besagt, daß 1922 dem Verein auch eine stattliche Anzahl von Jugendlichen beitrat und die Vereinskasse wegen des hohen Bierpreises (42 Mark pro Liter) ihres Inhalts beraubt wurde. Die historisch gewordene Freimaß mußte entfallen.

Bei den Aufräumungsarbeiten anläßlich des Eisenbahnunglückes in Langenbach am 13. August 1926 beteiligten sich 20 Männer der Wehr. Eine ungenügend befestigte Weiche im Bahnhofsbereich brachte einen beschleunigten Personenzug zum Entgleisen, wobei 13 Fahrgäste getötet und weitere 25 zum teil schwer verletzt wurden. In den folgenden Jahren nahmen Abordnungen der Feuerwehr eifrig an Fahnenweihen und Stiftungsfesten auswärtiger Vereine, sowie an Beerdigungen verstorbener Mitglieder teil. Zahlreich waren in manchen Jahren die Einsätze bei Brandfällen im Ort und der Umgebung. In den letzten Jahren des 2. Weltkrieges rückten auch Männer der Langenbacher Wehr aus, um die Brände nach den Bombardierungen auf München zu löschen. Dazu wurden Mannschaft und Gerät auf LKWs verladen. Gleich nach Kriegsende 1945 wurde unter Bürgermeister Heinrich für die Feuerwehr eine Motorspritze aus den Geldern des Jagdpachtschillings beschafft. Die Gemeinde leistete hierzu einen Beitrag von 2.000 Mark. Bald wurde auch der kleine Löschzug dazu gekauft.

1950 waren ein Mannschafts- und Gerätewagen dringend notwendig geworden. Im gleichen Jahr noch wurden im Ort zwei Feuerlöschbrunnen angelegt, von denen einer in der Folgezeit von großem Nutzen war. Am 18. November 1967 wurde unter Bürgermeister Holzner der Langenbacher Feuerwehrverein mit zwei Löschgruppen gegründet, dem im Juli die Weihe des neu erbauten Feuerwehrhauses mit der Übergabe eines modernen Löschfahrzeuges vorausgegangen war.

 

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Das 100jährige Gründungsfest

Eine Heerschar der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Freising feierte am 27. Mai 1973 das 100. Gründungsfest der Feuerwehr Langenbach, verbunden mit einer Fahnenweihe. 58 Vereine und über 4.000 Festbesucher waren bei strahlendem Sonnenschein gekommen, das Fest zu begehen. Reicher Fahnen- und Girlandenschmuck waren das äußere Zeichen dieser Großveranstaltung. Kommandant Treffer konnte vor dem Festgottesdienst vor der neuen Kirche feststellen, daß alle gemeldeten Feuerwehren und Vereine ihre Zusage erfüllt hatten. Ortspfarrer Hahn und zwei Missionspatres gestalteten den Festgottesdienst. Am Nachmittag versammelten sich die Vereine vor dem Festzelt, um in einem großen Festzug durch die Straßen der Ortschaft zu ziehen. Nach der Rückkehr hefteten die Fahnenjungfrauen die Erinnerungsbänder an die Fahnen der am Festzug beteiligten Vereine. Das Protokollbuch berichtete in den darauffolgenden Jahren von verstärkten Einzel- und Großeinsätzen, von eifrigen Übungen, von Übernahme auch gemeindlicher Arbeiten, sowie von Großübungen innerhalb und außerhalb der Ortschaft in Zusammenarbeit mit auswärtigen Wehren anläßlich der jährlichen Feuerschutzwochen.

 

1979 wurde auf dem von der Bundesbahn gepachteten Grundstück neben der Sparkasse ein neues Feuerwehrhaus mit einem Kostenaufwand von 350.000 DM errichtet, das 1980 im Rahmen eines Bürgerfestes seiner Bestimmung übergeben wurde. Zuvor waren die Geräte der Langenbacher Feuerwehr in einer Garage, die ins Rathaus integriert war, untergebracht.

 

Nach dem Umzug des Tragkraftspritzenfahrzeuges in das neue Gerätehaus war anfangs neben dem dort untergestellten Heuwehrgerät des Landkreises Freising sogar noch Platz für den Unimog der Gemeinde. Eine Neuerung für die FF Langenbach gab es bei der Generalversammlung am 05. Mai 1982. Ewald Leinweber löste Stephan Treffer als Vorstand ab.


Am 01.01.1982 ist das neue Feuerwehrgesetz in Kraft getreten, das die Rechtsgrundlage für die Satzungen der Feuerwehr bildet. Die Versammlung beschloß damals, daß eine Vereinssatzung in Anlehnung an die Mustersatzung des Bayer.Staatsministeriums des Innern erstellt werden soll. Diese Satzung wurde  am 31.10.83 von der Mitgliederversammlung einstimmig angenommen.

Vom 29.06. bis 01.07.1984 feierte die Freiwillige Feuerwehr Ober- und Niederhummel ihr 100jähriges Gründungsfest, wozu die FF Langenbach die Patenschaft übernahm.

 

Am 28.06.86 richtete die FF Langenbach das Bürgerfest aus. Zu einem größeren Einsatz kam es am 01.07.1987. Nach einem Blitzschlag stand der Amperhof in Flammen. Während die Feuerwehren aus Langenbach, Ober- und Niederhummel, Marzling und Moosburg die Flammen bekämpften wurde aus der Ortschaft Langenbach "Land unter" gemeldet. Nach wolkenbruchartigen Regenfällen ging der Langenbach über seine Ufer. Zahlreiche Keller standen unter Wasser und sogar die Bahnstrecke wurde unterspült.

 

Die Einsätze wurden immer mehr und das starke Wachstum der Gemeinde Langenbach machte die Anschaffung eines modernen Löschfahrzeuges notwendig. Anläßlich des 115jährigen Gründungsfestes am 14.05.1988 konnte dann endlich das neue Fahrzeug vom Typ LF 16 eingeweiht werden. Nun verfügte Langenbach erstmals über Atemschutzgeräte und Ausrüstung für die technische Hilfeleistung.

 

Am 20.05.1988 wurde Martin Maier zum neuen Vorsitzenden gewählt, da Ewald Leinweber aus Altersgründen nicht mehr kandidieren wollte. Leinweber wurde die Ehrenmitgliedschaft der FF Langenbach verliehen. Der Sturm "Wiebke" bescherte uns im Februar 1990 zahlreiche Einsätze mit der Motorsäge. Während einer Dienstversammlung am 28.11.1990 wurde Walter Schmidt zum Kommandanten und Ingo Helmreich zu seinem Stellvertreter gewählt. Stephan Treffer, der sich um die FF Langenbach große Verdienste erworben hat, wurde am 03.05.1991 zum Ehrenkommandant ernannt.